Wann ist eine Abhängigkeit eine Krankheit?

Nicht immer ist eine Abhängigkeit gleich eine Erkrankung.Wann eine Abhängigkeit ernst zu nehmen und zu therapieren ist, erfahren Sie hier.

Entscheidend ist nicht nur die Wirkung der Droge auf den menschlichen Körper (maßgeblich abhängig davon, welche Droge in welcher Menge konsumiert wird), sondern auch die soziale, körperliche und seelische Verfassung des Konsumenten.
 

Drogenkonsum kann sehr gefährliche Folgen haben

Da Drogen Gefühle und Stimmungen beeinflussen, besteht die Gefahr, dass sich mehr oder weniger schnell eine psychische Abhängigkeit herausbildet. Das bedeutet, dass der Betroffene nicht mehr auf den „Stoff“ verzichten kann. Zudem verfügen einige Substanzen, wie zum Beispiel das Heroin, über ein sehr hohes Suchtpotenzial, das bereits nach geringfügigem Konsum eine starke körperliche Abhängigkeit hervorruft.

Alkoholabhängigkeit bedeutet, dass man nicht mehr in der Lage ist, seinen Alkoholkonsum willentlich zu steuern.
 

Man unterscheidet zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit

Bei der reinen psychischen Abhängigkeit sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, bestimmte Lebenssituationen oder auch das Leben an sich ohne Alkohol durchzustehen. Kommt eine körperliche Abhängigkeit hinzu, so treten bei fehlendem Alkoholkonsum körperliche Beschwerden auf. Für die Diagnose Alkoholabhängigkeit muss keine körperliche Abhängigkeit (Entzugssyndrom) vorliegen.
 

Die Grenze, an der Genuss aufhört und Sucht anfängt, ist fließend

Man versucht die Abhängigkeit durch mehrere Faktoren zu umschreiben. Warnhinweise für eine Alkoholabhängigkeit sind zum Beispiel der starke Wunsch nach Alkohol, Kontrollverlust bei der Alkoholmenge, Verzicht auf Alkohol ist unmöglich,  zunehmende Toleranz bei dem Konsum von Alkohol, Anzeichen von Entzugserscheinungen sowie sozialer Rückzug.

Menschen, die neben einer Abhängigkeitserkrankung zusätzlich an einer psychiatrischen Störung leiden, benötigen ein spezielles Therapieprogramm.

Suchtmittel können Symptome einer psychischen Erkrankung mindern oder sogar (zunächst) ganz unterdrücken. Da eine psychische Erkrankung so aber nicht geheilt werden kann und durch die Gewöhnung an das Suchtmittel immer höhere Dosierungen benötigt werden, hilft diese Strategie nur kurze Zeit.
 

Alternativen suchen

Vor allem dämpfende Mittel wie Alkohol, Benzodiazepine oder Opiate können Angstsymptome lindern, die unangenehme Interessenlosigkeit bei einer depressiven Störung in den Hintergrund schieben und belastende Erinnerungen verdrängen. Suchtkranke mit solchen Begleitstörungen werden immer wieder auf „ihr“ Suchtmittel zurückgreifen, wenn sie nicht im Rahmen einer Therapie bessere Alternativen kennen lernen.

Es gibt nicht nur Abhängigkeiten von Stoffen, sondern auch andere Abhängigkeiten, die ernst zu nehmen sind. Beispielhaft lässt sich die Glückspielsucht oder aber die Internetsucht nennen.

Zu unterscheiden ist bei der Glücksspielsucht, der Internetsucht sowie bei den stoffgebundenen Suchtformen zwischen Gebrauch, Missbrauch und Sucht. Die Übergänge zwischen den Phasen sind fließend. Symptome sind oft ähnlich wie bei den stoffgebundenen Süchten: häufiges, ständig zunehmendes Denken an das Glücksspiel bzw. Internet, suchttypische Merkmale, wie Kontrollverlust („Nichtaufhörenkönnen“), Abstinenzunfähigkeit, Vernachlässigung von Familie, Freunden, Hobbys und vielem mehr.

Angststörungen (sogenannte affektive Störungen) und Suchterkrankungen stehen häufig miteinander in enger Beziehung. Dabei können die affektiven Störungen bereits vor der Suchterkrankung begonnen haben, im Verlauf der Sucht hinzutreten oder erst im Entzug beziehungsweise nach dem Absetzen des Suchtmittels eine Rolle spielen. Vielfach sind die Betroffenen allein durch die Depression oder die Angst soweit beeinträchtigt, dass eine stationäre Krankenhausbehandlung notwendig ist.

Mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft birgt große Risiken. Fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) zählen zu den häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland. Mit der schwersten Form, dem Fetalen Alkoholsyndrom (FAS), werden in Deutschland anhand internationaler Vergleichszahlen jährlich schätzungsweise 1300 Kinder geboren. Die Bundesdrogenbeauftragte schätzt die Zahl sogar auf 2000 bis 3000 Neugeburten pro Jahr.
 

10.000 Neugeburten mit alkoholbedingten Schäden werden in Deutschland pro Jahr geschätzt.


Umso mehr ist es uns ein Anliegen, Ihre Gesundheit, aber vor allem die Ihres ungeborenen Kindes zu schützen. In unserem Krankenhaus bekommen Sie daher die bestmöglichste Behandlung und Beratung.

Quelle:
NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V.


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