Doppeljubiläum in Berlin-Weißensee – Alexianer Wohnverbund feiert Geburtstag

Seit 25 Jahren betreut der Alexianer Wohnverbund in Berlin-Weißensee chronisch Suchtkranke und Menschen mit der Doppeldiagnose „Sucht und Psychose“ in Therapeutischen Wohngemeinschaften, seit 2016 auch im Betreuten Einzelwohnen. Über 300 Klientinnen und Klienten fanden in dieser Zeit im Wohnverbund ein vorübergehendes oder auch langfristiges Zuhause. Vor genau 20 Jahren, am 1. September 2001, eröffnete die Therapeutische Wohngemeinschaft (TWG) Villa ihre Türen.

 

Bescheidene Anfänge

Aufgrund anfänglich eigeschränkter Versorgungsmöglichkeiten im Ostteil Berlins eröffnete bereits 1996 die erste Wohngemeinschaft der Alexianer für alkohol- und medikamentenabhängige Klienten in Berlin-Weißensee mit drei Plätzen. 1999 wurde das Angebot durch eine Wohngemeinschaft für junge Doppeldiagnoseklienten ergänzt, und im Jahr 2001 eröffnete die ehemalige Chefarztvilla für zehn chronisch suchtkranke Menschen ihre Türen. Damit standen lange Jahre 17 Wohnplätze zur Verfügung.

Rasantes Wachstum und Neustrukturierung

Nicht zuletzt bedingt durch das immer knapper werdende Wohnangebot in Berlin wurde die Nachfrage nach Wohnplätzen ab 2010 immer größer, sodass in kürzester Zeit zahlreiche neue Wohnungen angemietet und zusätzliche 40 Wohnplätze bereitgestellt werden konnten. Mittlerweile leben 57 Bewohnerinnen und Bewohner in 23 verschiedenen Wohnungen, wobei die Angebotspalette vom behindertenfreundlichen Einzelapartment bis zur Groß-TWG mit zwölf Bewohnerinnen und Bewohnern reicht. Zum 1. Juni 2016 wurde aus dem bisherigen „Wohnprojekt St. Monika“ der „Alexianer Wohnverbund St. Monika“. Mit dieser Umfirmierung wurde zudem das Wohnangebot um 15 Plätze Betreutes Einzelwohnen (BEW) ergänzt. Seither werden Menschen auch in ihrer eigenen Wohnung, in Einrichtungen der Obdachlosenhilfe oder in Einzelfällen auch „auf der Straße“ ambulant betreut. Derzeit können in verschiedenen Wohn- und Betreuungsangeboten maximal 72 Menschen von mittlerweile 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut werden. 

Fachliche Differenzierung und räumliche Veränderungen

Neben der quantitativen Veränderung wurde das Wohn- und Betreuungsangebot in den letzten Jahren auch qualitativ differenziert und angepasst. Derzeit gibt es Wohnangebote verschiedenster Betreuungsintensität und für unterschiedliche Zielgruppen. Diese Differenzierung machte zum 1. Juli 2017 eine Aufteilung des Wohnverbundes und des Großteams in die zwei Wohnbereiche „Sucht“ und „Junge Erwachsene“ mit jeweils eigenen Teams und eigener Leitung erforderlich. Für die rasant wachsende Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden zusätzlich drei Ladenlokale auf der Berliner Allee unweit zu den Wohnangeboten angemietet. 

„Leuchtturm Tagesstruktur“

Ein wichtiger Bestandteil der therapeutischen Arbeit, der sich wie ein roter Faden durch die letzten 25 Jahre zieht, ist die hausinterne Tagesstruktur, deren Räumlichkeiten mit dem Wohnverbund mitgewachsen sind. Den Tagen und der Woche einen Rhythmus zu geben, bewahrt Menschen davor, perspektivlos in den Tag hineinzuleben und unterstützt die angestrebte Fähigkeit zur stabilen Abstinenz. Mittlerweile wurde auch die hausinterne Tagesstruktur räumlich ergänzt. In einem Ladenlokal im Wohnhaus Berliner Allee 158 stehen nun auf 200 Quadratmetern eine Kreativwerkstatt, ein Freizeitbereich mit PC- und WLAN-Angebot sowie eine Therapieküche zur Verfügung. 

Joachim Emge, Therapeutischer Leiter Alexianer Wohnverbund St. Monika