MS-Therapiemanagement am Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee

Michael Baake

, Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee

Am 30. Mai 2020 findet der diesjährige Welt-MS-Tag der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) unter dem Motto „Miteinander Stark“ statt. Die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose ist bislang noch nicht heilbar. Spezialisierte MS-Therapiemanager fördern die ganzheitliche Versorgung der Erkrankten unter Einbeziehung der Selbsthilfe.

Michael Baake ist MS-Therapiemanager in der Klinik für Neurologie des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses Berlin-Weißensee, die unter anderem auf die Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose spezialisiert ist und eine individuelle symptomatische Therapie anbietet.

„Multiple Sklerose gilt als die Erkrankung der 1000 Gesichter. In ihren Symptomen zeigt sie sich bei jedem Patienten anders. Zehn Jahre nachdem ich meine Tätigkeit in der Klinik für Neurologie aufgenommen hatte, bot die DMSG im Jahr 2007 die erste bundesweit geprüfte MS-Fachausbildung für examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen für MS-Therapiemanagement an. Ich habe mich sofort entschieden, die Qualifizierung zu absolvieren, da ich diese interessante Erkrankung, die so viele Symptome aufweist, besser kennen lernen und verstehen wollte“, sagt der examinierte Krankenpfleger.

Ziel der 18-monatigen Weiterbildung ist es, als Mittler zwischen MS-Erkrankten, deren therapeutischen und pflegerischen Bezugspersonen sowie deren sozialem Umfeld fungieren zu können. Hierzu gehören Ärzte, Angehörige, Pflegende, die Selbsthilfe und Beratungsstellen. „Als MS-Therapiemanager können wir maßgeblich dazu beitragen, eine ganzheitliche Versorgung und Beratung der Patienten und deren Angehörigen zu gewährleisten“, erklärt der 48-Jährige.

Neben dem Erwerb umfassender Kenntnis über das klinische Bild und die Therapieformen der Multiplen Sklerose steht auch der Aspekt der Wissensvermittlung im Fokus dieser Zusatzqualifikation. „Es ist mir wichtig, dass sowohl die Patientinnen und Patienten als auch die Fachleute bestens informiert sind“, erklärt der Therapiemanager.

So organisiert Michael Baake in Kooperation mit der DMSG Veranstaltungen zu relevanten Themen. Neben Vorträgen mit unterschiedlichen Schwerpunkten ist auch die Unterstützung der Selbsthilfe ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit als MS-Therapiemanager. „In der Klinik für Neurologie ermöglichen wir Betroffenen, regelmäßig Gesprächsangebote wahrzunehmen oder an spezifischen Kursen, beispielsweise einem Rollstuhltraining, teilzunehmen. Um die Betroffenen gezielt auf Angebote aufmerksam machen zu können, ist die Patientenbetreuung essentiell“, so Baake. „In unserer MS-Spezial-Ambulanz nach §116b SGB V, die als MS-Schwerpunktzentrum der DMSG zertifiziert ist, sehen wir viele Patienten. Durch unseren ganzheitlichen Ansatz sind wir ‚Miteinander Stark‘“, erläutert der 48-jährige Baakeund greift das Motto des diesjährigen Welt-MS-Tages auf. „Unsere Ärzte, wir als Pflegeexperten, die Selbsthilfe, die Angehörigen sowie die übrigen Beteiligten können Betroffene maßgeblich unterstützen und den Umgang mit dieser schwerwiegenden Erkrankung erleichtern“, erklärt der MS-Therapiemanager.

Hintergrund

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche, neurologische Autoimmunerkrankung. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Markscheiden, die elektrisch isolierende äußere Schicht der Nervenfasern im Zentralnervensystem, durch das körpereigene Immunsystem angegriffen und geschädigt werden. Folge der Erkrankung kann beispielsweise der Verlust der Gehfähigkeit sein.

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