125 Jahre Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee

Regionalgeschäftsführerin Dr. med. Iris Hauth eröffnet den Festgottesdienst unter dem Lichtkreuz

13.06.18, Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee

Von der Heilanstalt für „gemüts- und nervenkranke Herren“
zum modernen Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Das Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee beging am 13. Juni in einem feierlichen Festakt sein 125-jähriges Bestehen.

Vom Kaiserreich bis in die Jetztzeit, zwei Diktaturen überstehend, durchlebte das St. Joseph-Krankenhaus zahlreiche Höhen und Tiefen. Stets wurde es dabei von den christlichen Werten getragen, mit denen sich die Ordensgemeinschaft der Alexianer-Brüder als Gründer und Träger des Krankenhauses für notleidende Menschen einsetzte. Schlüssel zum Erfolg sind damals wie heute die hohe Qualität in Pflege und Medizin und das persönliche Engagement der Mitarbeiter.

Das Gründungsfest am 13. Juni 2018 begann mit einem feierlichen Gottesdienst unter Leitung von Domprobst Tobias Przytarski in der Kirche des St. Joseph-Krankenhauses. Als besonderes Highlight konnte das Lichtkreuz, das an verschiedenen Orten im Erzbistum Berlin gezeigt wird, bestaunt werden.

Aufgrund seiner langjährigen Verbundenheit mit dem Haus hielt Bernd Krause, Pfarrer der St. Joseph-Gemeinde Berlin-Weißensee, die Predigt. Darin erinnerte er sich an Begegnungen mit Patienten und Mitarbeitern aus 56 Jahren im St. Joseph, die bis heute seinen Lebensweg prägen: „Hier sind Berufe Berufungen und nicht nur Jobs.“

Den Festakt eröffnete Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung der Senatsverwaltung Berlin. Die Senatorin würdigte die Einrichtung als festen Bestandteil psychiatrischer Versorgung in der Region. Sie stellte die Vorbildfunktion des Krankenhauses heraus, indem sie auf die bisherige Entwicklung sowie auf innovative und beispielhafte Projekte verwies. Kolak hob hervor, dass angesichts steigender Patientenzahlen die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, aber auch die Prävention bundesweit zunehmend in den Fokus rücke. Sie selbst plane für Berlin ein Projekt zur Prävention psychischer Erkrankungen. In diesem Zusammenhang teilte die Senatorin mit, dass der Berliner Senat künftig bei der Vergabe der Investitionsmittel die Krankenhäuser berücksichtigen wolle.

Dr. Hartmut Beiker, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung der Alexianerbrüder, blickte auf die 125-jährige Geschichte des Krankenhauses zurück. Er erinnerte an die Verbrechen an psychisch Kranken im Rahmen der sogenannten T4-Aktion, in deren Kontext psychisch Kranke verschleppt und ermordet wurden. Trotz des Widerstands der Alexianer-Brüder wurden aus dem St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee 280 Patienten deportiert.

Während der Zeit der DDR war das Krankenhaus als einziges katholisches Fachkrankenhaus zahlreichen Repressalien unterworfen. Vor der endgültigen Schließung bewahrte es der damalige Erzbischof Kardinal Bengsch, der dafür sorgte, dass die Leitung bis 1990 vom bischöflichen Ordinariat übernommen wurde.

„Schon 1969 wurde eine Psychotherapiestation eröffnet, in den 80er Jahren die Tagesklinik und Institutsambulanz. Nach der Wende ging das Haus wieder in die rechtliche Trägerschaft der Ordensgemeinschaft der Alexianer-Brüder über“, wusste Hartmut Beiker zu berichten.

Beiker hob hervor, dass sich das St. Joseph-Krankenhaus, das regional und überregional große Anerkennung genieße, damals wie heute nicht nur durch seine fachliche, sondern auch durch seine menschliche Atmosphäre und das Engagement seiner Mitarbeiter auszeichne. Basis hierfür seien die christlichen Werte und das verantwortungs- und vertrauensvolle Miteinander: „So viel Einheit wie nötig und so viel Freiheit wie möglich.“