Regionalgeschäfts-führerin und Ärztliche Direktorin

Seit 1998 ist Dr. med. Iris Hauth dem Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee verbunden - zunächst als Chefärztin, seit 2008 auch als Ärztliche Direktorin und Regionalgeschäftsführerin.

Schwerpunkte ihrer klinischen Tätigkeit sind Depressionen, schizophrene Psychosen, postpartale psychische Störungen und innovative Versorgungsformen. Iris Hauth ist seit 2004 Mitglied im Vorstand und war für die Jahre 2015 und 2016 Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN).

Interview - Eine Klinikleiterin erzählt

Frau Dr. Hauth, was bedeutet es für Sie, eine Alexianerin zu sein?

Seit 1994 bin ich mit einem Jahr Unterbrechung bei den Alexianern tätig. Von Anfang an hat mich die Haltung der Alexianer gegenüber der Betreuung und Behandlung von Patienten und Bewohnern überzeugt. Das christliche Menschenbild, das jeder Mensch ein Abbild Gottes ist, wird bei den Alexianern im Alltag durch Respekt, Anerkennung und gute Kooperation gelebt. Patienten und Bewohner erfahren eine individuelle Behandlung und Begleitung, die die persönlichen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen.

Wann sind die Herausforderungen für Sie als Alexianerin am größten?

Es ist nicht immer einfach, die Haltung und Mission der Alexianer in den täglichen Alltag in gelebter Nächstenliebe zu integrieren. Zudem ist es nicht immer leicht, die Balance zwischen kontinuierlicher Verbesserung der Versorgung von Patienten und Bewohner und der ökonomischen Verantwortung zu finden.

Warum haben Sie sich für den Beruf des Psychiaters entschieden?

Der Beruf des Psychiaters hat für mich stets diesen Reiz der Vielfalt behalten. Neben dem des Allgemeinmediziners fällt mir keine andere Tätigkeit mit einem ähnlich großen Tätigkeitsfeld ein. Und im Gegensatz zu den Psychologen sind Psychiater eben Ärzte. Sie können körperliche Erkrankungen diagnostizieren und behandeln sowie aufgrund Ihrer Ausbildung auch Medikamente verschreiben, ohne dass sie auf die andere Säule des Heilens, des Sprechen verzichten müssen. Bei allem Medizinischen tragen wir sozusagen den weißen Kittel, doch in der Psychiatrie ziehen wir ihn aus und begeben uns immer aufs Neue in eine Interaktion von Mensch zu Mensch, in der man mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen, aber auch mit der eigenen Person, mit dem, was man selbst an Menschlichkeit einbringt, etwas bewegen und bewirken kann.

Wie gelingt es Ihnen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit in Ihren Alltag zu integriere?

Als Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie weiß ich, was eine gesunde Lebensführung, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung zwischen Arbeit und Freizeit ausmacht. Ich selbst halte es für wichtig, in meinem Wochenstundenplan und am Wochenende Zeiten einzuplanen, in denen ich mich durch Bewegung, wie Gartenarbeit und Sport, kulturelle Impulse und vor allem auch durch den Austausch mit Freunden, entspannen und damit wieder auftanken kann.


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