In guten Händen - Reise durch unser Angebot

In unserer Gesellschaft bestehen noch immer Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen und deren Behandlung in Kliniken für Psychiatrie. Diese Vorurteile möchten wir abbauen und Ihnen beispielhaft einen Behandlungsverlauf schildern, um Ihnen die Angst zu nehmen und Ihnen einen Eindruck von unserem  umfassenden Behandlungsangebot zu geben.

Die Geschichte von Tatjana M.* (24 Jahre)

Tatjana M. hat erfolgreich eine Lehre zur Bankkauffrau abgeschlossen und arbeitet seit einem Jahr als Festangestellte in einer Bank. Vor zwei Monaten hat sie dort eine verantwortungsvollere Tätigkeit übernommen. Durch den selbst auferlegten Erwartungsdruck und die zunehmenden Anforderungen im Beruf hat Tatjana M. in letzter Zeit mit Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit und dem Gefühl, selbst nichts schaffen zu können, zu kämpfen. Zudem leidet sie unter anderem an Durchschlafstörungen. Bereits während ihrer Ausbildung hatte Tatjana M. depressive Phasen, ausgelöst durch den hohen Prüfungsdruck. Seit ihrer Ausbildungszeit befindet sie sich in ambulanter Betreuung.

Akutaufnahme am Wochenende

Tatjana M. befindet sich in einer akuten Krise und hat lebensmüde Gedanken. Nachdem sie sich einer Freundin anvertraut hat, bringt diese sie in die Akutaufnahme. Der diensthabende Arzt und eine Pflegefachkraft führen ein ausführliches Gespräch mit Tatjana M. und lassen sich unter anderem von ihr über die Vorgeschichte ihrer Erkrankung berichten. Beide, der Arzt und die Pflegekraft, gehen auch speziell auf die aktuelle Situation ein. Das Team der Akutaufnahme entscheidet, dass ein stationärer Aufenthalt für Tatjana M. angebracht ist.

Auf der Station

Auf der Station wird Tatjana M. von dem diensthabenden Arzt sowie dem Stationsteam in Empfang genommen. Nach einer kurzen Begrüßung, bekommt Tatjana M. ein für sie hergerichtetes Bett in einem der Patientenzimmer zur Verfügung gestellt.

Gespräch mit den Angehörigen

Am nächsten Tag kommen die Eltern zum Gespräch. Tatjana M. war als Kind sehr lebhaft. In ihrer Klasse war sie sehr gut integriert. Nach ihrem Abitur hat sie sich für eine Ausbildung zur Bankkauffrau entschieden. Bereits in dieser Zeit hat sich Tatjana M. des Öfteren zurückgezogen und mit ihren Freunden aus der Schulzeit kaum noch etwas unternommen. Der Prüfungsstress sowie die Angst um ihre Zukunft hat sie sehr belastet.

Diagnostik

Um körperliche Ursachen für die Depression auszuschließen, wird Tatjana M. umfassend untersucht. Neben der Untersuchung der Schilddrüse, wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt.

Festlegung des Therapieplans

Nachdem körperliche Ursachen für die Erkrankung ausgeschlossen werden können, wird für Tatjana M. ein an den medizinischen Leitlinien orientierter, individueller Therapieplan für die kommenden Wochen zusammengestellt. Dieser umfasst neben Einzel- und Gruppengesprächen mit den Ärzten und Psychologen, die medikamentöse Therapie, die Psychoedukation, die Bewegungstherapie und verschiedene Entspannungsverfahren.

Nach fünfwöchigem Aufenthalt

Tatjana M. fühlt sich aufgrund der auf ihr Erkankung abgestimmte Medikation und der Einzel- und Gruppengespräche viel besser. Sie hat gelernt, die Frühwarnsymptome ihrer Erkrankung besser zu erkennen und einzuschätzen.

Nachsorge

Um eine ambulante Weiterbehandlung zu gewährleisten, hat Tatjana M. noch während ihres Aufenthalts mit unserer Unterstützung Kontakt zu ihrem Arzt aufgenommen und Gesprächstermine vereinbart.

Im Rahmen des Entlassmanagements wird Tatjana M. über die Möglichkeiten der Selbsthilfe beraten. Mit der von uns zusammengestellten Selbsthilfemappe erhält sie alle Informationen zur Selbsthilfe sowie alle erforderlichen Angaben zur Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Pankow (KIS), bei der alle Informationen zu Selbsthilfegruppen im Bezirk und in Berlin zusammenlaufen. 

*Name von der Redaktion frei erfunden.


nach oben