Beleuchtung ethischer Fragestellungen

Jeden Tag haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Entscheidungen zu treffen. Oftmals sind sie mit ethischen Problemlagen konfrontiert. Unser Ethikkomitee bietet in diesem Fall seine Unterstützung im Rahmen einer ethischen Fallberatung an.

Im Verlauf einer Behandlung kann es immer wieder zu Situationen kommen, bei der neben klarer medizinischer Indikation und einer leitliniengerechten Behandlung eine zusätzliche Reflexion ethischer Fragen erforderlich ist.

In diesen Fällen bietet das Ethikkomitee des Alexianer St Joseph-Krankenhauses Berlin-Weißensee seine Hilfe an.

Das Ethikkomitee ist dabei in die Wertevorstellungen und den Dialog der Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder eingebunden. Ein respektvoller Umgang und das christliche Grundverständnis sind die Basis der ethischen Fallbesprechungen.

Dem Ethikkomitee gehören insgesamt vier Mitarbeiter verschiedener Berufsgruppen an, die alle geschulte Moderatoren in ethischen Fallbesprechungen sind.

Ethische Fallbesprechungen schaffen die Möglichkeit des Innehaltens, Zusammenkommens und gemeinsam in Ruhe Nachdenkens. Dies ermöglicht oftmals neue Perspektiven in bis dahin aussichtslos erscheinende Situationen.

Dr. Ute Keller

Eine Fallberatung wird immer von unserem gesamten Ethikkomitee durchgeführt. Nach der Schilderung der ethischen Problemlage, wird zeitnah ein Termin mit dem gesamten Behandlungsteam vereinbart, um die ethische Fragestellung zu reflektieren. Dabei können Patienten oder aber auch Angehörige auf Wunsch teilnehmen.

Das Ethikkomitee bemüht sich immer um einen Konsens. Die Entscheidung verbleibt jedoch stets beim Behandlungsteam und den Patientinnen und Patienten beziehungsweise deren Angehörigen oder Vertretern.

Welche Fragen können sich stellen?

  • Mein Angehöriger ist schwer an einer Demenz erkrankt. Ich bin mir unsicher, ob ich lebensverlängernde Maßnahmen zum Beispiel durch künstliche Ernährung befürworten oder ihm einen würdevolles Sterben ermöglichen soll und wenn, wie kann dies aussehen?
  • Zwangsmaßnahmen sind in bestimmten Situationen erforderlich, jedoch von Patienten, Angehörigen und Betreuern sehr unterschiedlich gewünscht oder für erforderlich gehalten. Wie kann unter Ausschöpfung aller möglichen Alternativen zu Zwangsmaßnahmen ein dennoch erforderliches Mindestmaß zur Heilbehandlung von allen akzeptiert werden?
  • Mein Angehöriger trinkt seit Jahren massiv Alkohol und will sich nicht behandeln lassen. Ich verstehe nicht, warum er nach zwei Wochen schon wieder entlassen wird. In der Klinik zeigt er wenig Behandlungsmotivation, ist aber dringend behandlungsbedürftig. Wie können wir zwischen den unterschiedlichen Sorgen, Wünschen und Gefühlen der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins vermitteln?

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